Pilgerfahrt nach Rom

  • 20. April 2017

Ein langjährig gehegter Wunsch von Oberst Werner Koepsell nahmen die Mitglieder des Verwaltungsrates auf und organisierten eine „Pilgerreise“ nach Rom, die dann in der Zeit vom 05. April bis 10. April 2017 stattfand.

Am Mittwoch, dem 05. April, schellten bei den 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Reise die Wecker bereits um 04.00 Uhr in der Früh‘: Um 05.15 Uhr stand das Eintreffen an der Vogelstange auf der Agenda. Den Reise-Segen für diese Pilgerfahrt hatte Hubert Brand am Vortag in der Frühmesse bei Pastor Uwe Schläger entgegen nehmen dürfen. Unser Pastor und Präses war traurig, dass er diese Reise kurz vorher durch Krankheit bedingt absagen musste. Und alle Pilger waren ebenfalls traurig über diesen Tatbestand. Neben dem Reise-Segen wurden auch die Romfahrer-Kreuze in unserer Pfarrkirche gesegnet. Somit konnte die Fahrt mit Gottes Segen losgehen. Die Busfahrt von Wewer nach Düsseldorf zum Flughafen verlief reibungslos, zumal 12 knallende Sektkorken dafür sorgten, dass jeder Reisende gut gelaunt in den Flieger umstieg, damit ein baldiges Eintreffen in Rom gewährleistet war. Reinhard Roggel hatte Namens-Schilder gefertigt, die mit dem jeweiligen Vornamen auf Deutsch sowie auf Italienisch bedruckt waren. Dass der deutsche Johannes sich auf italienisch Giovanni nennt, weiss ein jeder. Dass der deutsche Berthold sich auf italienisch „Bordello“ nennt, das kannten wir bisher noch nicht… – Der Spass innerhalb der Pilgergruppen begann sich zu entwickeln…

Rolf Kuhlmann hatte den Flug bestens organisiert, und man hatte den guten Eindruck, dass Rolf der Eigentümer des Düsseldorfer Flughafens hätte sein können. Nach einem angenehmen Flug mit sanfter Landung in Rom erwartete uns die Reiseführerin Sabine Kühne mit dem Transfer-Bus, dessen Chauffeur dafür sorgte, dass wir auf die hupende italienische Art in dem Hotel „Casa Tra Noi“ unser Hauptziel erreicht hatten. Nachdem das Einchecken ohne Probleme verlaufen war, zumal HD Tölle die Formalitäten mit dem Hotel tadellos gemanagt hatte, durften wir dem ersten Höhepunkt der Pilgerfahrt entgegen sehen: Thomas Schäfers hatte eine Messe in der deutschsprachigen Exklave im Vatikan, dem „Campo Santo“ (zu Deutsch: „Heiliges Feld“), arrangieren können. Es sollte ein erstes besonderes Ereignis für uns Christen aus Wewer werden. Die charismatische Art des Geistlichen, der gleichzeitig als Rektor des Campo Santo fungiert, Herr Hans-Peter Fischer, faszinierte uns. Und er zelebrierte eine auf unsere Pilgergruppe zugeschnittene Messfeier, die uns alle in den Bann zog. Unser Dr. Uwe Schnedar begleitete die Messe als einziger Messdiener in souveräner Manier. Zum Abschluss der Messe durfte Hubert Brand allen Pilgerinnen und Pilgern aus Wewer das in Hövelhof wunderschön gefertigte „Römer-Kreuz“ übergeben werden. Das gesegnete und speziell für die Schützen-Pilger nebst Damen aus Wewer erstellte Kreuz wird nun jeder Schützenbruder, der an dieser Reise teilgenommen hat, mit Stolz und vor allen Dingen mit Würde an seiner grünen Schützenjacke angesteckt tragen.

Der erste Tag in Rom endete in einer in der Altstadt von Rom gelegenen Pizzeria „Dar Poeta“. Diese typisch italienische Location sollte auch für die nächsten Tagen unser Abschluss-Domizil werden. Hier konnten die Pliger zu günstigen Presien typisch italienisch dinieren. Am Donnerstag wurden wir durch Sonnenstrahlen geweckt. Gutgelaunt und mit einem reichhaltigen Frühstück gestärkt machten sich die in fünf Gruppen aufgeteilten Pilger aus Wewer auf den Weg zur Bushaltestelle „Getyourguide“. Die „Gruppenführer“, bestehend aus den fünf Organisatoren dieser Reise, hatten es nun selbst in der Hand, an welchen Haltestellen ausgestiegen wurde. Die unzähligen Sehenswürdigkeiten, die es in Rom gibt, konnte man natürlich nicht alle an einem Tag erkunden. Um nur einige beispielhaft zu nennen: Trevi-Brunnen, spanische Treppe, Colosseum mit Forum Romanum, Kathedrale Santa Maria Maggiore, Vatikan, Engelsburg, Petersdom und und…

Die Stunden bis zum späten Nachmittag vergingen natürlich viel zu schnell; jedoch sollten diese Stunden nun ein hoch interessantes Treffen mit dem aus dem Siegerland stammenden Bischof Josef Clemens eine Fortsetzung finden. Das Thema „Reformen von Papst Franziskus“ behandelte dieser Geistliche in einer sehr kurzweiligen Art und Weise. Und gerne hätten die Pilger aus Wewer noch eine weitere Stunde zuhören und auch Fragen stellen wollen; jedoch klingelte unser Stamm-Lokal zum reservierten Abend-Essen. Aber vielleicht werden wir ja diesen Bischof Clemens schon bald in Paderborn begegnen: Er will nämlich wieder das Liborifest in Paderborn besuchen. Eine philosophische Besonderheit aus dem Referat des Geistlichen gilt es festzuhalten.

Bischof Clemens stellte die These auf, dass „keine Konflikte durch Gewalt zu lösen sind“. Sei es in der Familie, in den Vereinen, in der Politik, in der Nachbarschaft, in der Begegnung mit Menschen überhaupt…, um nur einige zu nennen. Er fügte hinzu, dass Gewalt nicht nur durch Tätlichkeiten, sondern auch durch das gesprochene Wort sowie durch nonverbale Dinge ausgedrückt werden können. Jegliche Gewalt löse aber kein Problem. Ohne Ausnahme.

Der Freitag begann begann mit der Besichtigung des monumentalen und prachtvollen Petersdoms. Nach dem individuellen Mittagessen machte sich die Pilgergruppe auf den Weg zum Vatikanischen Museum. Dort erwartete sie gespannt unsere gebuchte Reise-Führerin Sabine Kühne. Eine teils beschwerliche, aber dennoch höchst interessante „Reise durch das Museum“, in dem man sich verirren kann, sollte mit dem Besuch der „Sixtinischen Kapelle“ enden. Eine unbeschreibliche Menschen-Ansammlung hinderte uns leider daran, diesen mit extremen Wand- und Decken-Malereien bespickten Ort besinnlich zu begutachten. „Raus aus Rom“ hieß es am Samstag: Mit dem Bus und Reise-Führerin Kühne wurde das Ziel Ostia Antica angesteuert. Die Sonne zeigte sich wie jeden Tag von ihrer besten Seite, zumal sich keine einzige Wolke wagte, ihren Weg zu uns auf die Erde zu versperren.

Ostia Antica ist das Ausgrabungsgelände der antiken Stadt Ostia, der ursprünglichen Hafenstadt des antiken Rom und möglicherweise dessen erste Kolonie. Ostia erlebte vor allem im 2. Jahrhundert seine größte Blüte. Aus dieser Periode stammen die meisten noch heute erhaltenen öffentlichen, aber auch privaten Gebäude. Die Hafenstadt hatte in dieser Zeit circa 50.000 Einwohner. Gerber, Seilmacher, Schiffbauer und Händler ließen sich hier nieder. Wichtigstes Handelsgut war Getreide, das aus Afrika nach Rom eingeführt wurde. Mit Beginn des 3. Jahrhunderts setzte eine gewisse Stagnation ein. Ein erkennbarer Niedergang setzte ein, als Kaiser Konstantin im Jahr 314 Portus zur Colonia erhob (ihm also sozusagen die Stadtrechte verlieh) und Ostia wenig später gemeinsam mit Portus, das sich nun zur eigenständigen Stadt entwickelte, der Stadt Rom als Portus Romae eingemeindetet.

Zu Ostia Antica gäbe es sicherlich ein eigenes Buch zu schreiben. Für uns als Pilgergruppe bleibt festzuhalten, dass man diesen Ort möglichst in das Programm integrieren sollte, wenn das Ziel einer Reise Rom ist…, und wer darüber hinaus geschichtlich interessiert ist, der möge sich ein Buch von Ostia Antica schenken lassen. Mit dem Bus ging weiter in die …berge, wo ein für die Region typischen Imbiss „….“ (gegrilltes Spannferkel) zur Stärkung eingenommen wurde, zum Weingut „Casal Pilozzo“ durch die malerisch gelegenen Orte Castel Gandolfo, Frascati bis hin nach Monte Porzio Catone, 15 KM „oberhalb Roms“. Ein Weingut mit einem Ambiente „vom Feinsten“ erwartete uns. Der Chef Antonio Pulcini führte uns mit unübersehbarem Stolz in manche offenen Geheimnisse seines 1988 erworbenen Gutes, welches auf über mehreren hundert Metern Schicht Tuffstein ruht. Nicht nur diese Besonderheit, sondern auch der Hinweis auf den Verzicht von „Spritzmitteln“ soll qualitativ hochwertigen Weinen wie dem Seinigen eine vorzügliche Basis geben.

Wir durften 2 Weiß-Weine und 2 Rot-Weine kosten. Die Preise für diese Weine ließen viele Pilger unter uns aufhorchen: Wir hatten einen Weiß-Wein probieren dürfen, der Verkaufspreis pro Flasche 50,– Euro zum Verkauf angeboten wurde; ein Rot-Wein pro Flasche 40,– Euro sowie 1 Weiß-Wein und 1 Rotwein zu je 10,– die Flasche. Es ist unbekannt, wie hoch anschließend der Umsatz war…

Den Abend haben die Pilger gemeinsam in einem von Frau Kühne empfohlenen Restaurant in der Altstadt verbracht. In rustikaler Umgebung konnten wir nach dem guten Essen der „Küche“ ein Kompliment machen. Die Biere mit der Aufschrift „Paulaner“ wollten jedoch nicht so recht zu dem italienischen Ambiente passen. Am Sonntag hieß es „früh aufstehen“: Um 07.00 Uhr wurde gefrühstückt, damit wir rechtzeitig zum Petersplatz auflaufen konnten, um uns einen ersehnten Sitzplatz zu sichern. Das Glück war auf den Seiten der Pilger aus Wewer: Die  über 2,5 Stunden andauernde Messfeier, zelebriert durch Papst Franziskus, konnte aus nächster Nähe verfolgt werden. Der sonnige zur freien Verfügung stehende Nachmittag war nun dazu angetan, jedem das Seine tun und lassen zu können. Mit hohen Erwartungen trafen sich die Pilger abends am Obelisk auf dem Petersplatz, um gemeinsam eine Lokalität anzusteuern, die uns durch „HD“ in hohen Tönen und mit guten Menü-Vorschlägen „schmackhaft“ gemacht wurde.  Die Location entpuppte sich wirklich als Glücksfall: Wir waren „unter uns“ in einem separaten Raum, der es uns ermöglichte, gute und laut klingende (auf Akustik scheinen die Italiener einen untergeordneten Wert zu legen…) Gespräche zu führen.

Die Speisenfolge war schon etwas Besonderes, das muss deutlich gesagt werden. Und da lag ja noch etwas „in der Luft“: Hubert hatte eine weitere „Überraschung“ angekündigt. Wo blieb sie denn endlich? Nun denn, die Essen-Folge nahm nun einmal einige Zeit in Anspruch, und als Hubert dann „das Mikrofon zur Hand“ nahm, um zu verkünden, dass eine weitere Rückvergütung aus der Reisekasse anstand, war von jetzt auf gleich eine ausgelassene Stimmung im Saal zu vermerken. Ein Kalauer nach dem anderen liessen unsere Lachmuskeln deutlich in Spannung versetzen. Und dann kam noch hinzu, dass unter den Pilgern auch drei Sanges-Brüder aus dem Kirchenchor Wewer anwesend waren: Neben Oliver und Hubert  war es in beispielhafter Weise der Vorsitzende des Kirchenchores Uwe Schnedar, der seine Sanges-Künste  mit lustigen Texten zum Besten gab. Ihm wurde vorab nachträglich zu seinem Geburtstag gratuliert, was unseren Uwe dazu veranlasste, eine sehr grosszügige Spende für eine Nachfeier dieser Pilgerreise zur Verfügung zu stellen. Die Rückreise am Montag verlief ohne Beanstandungen; unser Oberst hielt eine bemerkenswerte Nachbetrachtung dieser Reise; und bei der Nachfeier, die durch den Verfasser zu einem garantierten „Hit“ prophezeit wird, können die Pilger aus Wewer noch einmal einen richtig inhaltvollen tollen Abend auf italienische Art (was das Essen und Trinken anbelangt…) erleben. Oliver hat gern die Aufgabe übernommen, das Lied „Rosi, Rosi noch einmal, es war so wunderschön…“ umzudichten und mit individuellem Text auszustatten mit dem Refrain:

„Roma Roma noch einmal, es war so wunderschön…“

Wir wünschen uns, dass unser Präses Uwe Schläger an der Nachfeier teilnehmen kann. Ein dreifach kräftiges Horrido auf die außergewöhnlich stark ausgeprägte Gemeinschaft innerhalb dieser Tage in Rom, die uns wohl für immer in guter Erinnerung haften bleiben.

PS: Es wird noch ein „Tagebuch“ erstellt werden, welches durch diverse  Detail-Schilderungen über den bisher dargestellten Text hinaus  bei weitem den Inhalt noch übertreffen werden wird. Eine weitere Überraschung wurde hiermit angekündigt.